GFK Tagebuch-Themen (Weckert)

Das Leben Feiern
Welche Handlung oder Worte haben Dir heu­te Freude berei­tet (Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis)? Hierbei kannst Du Deine Aufmerksamkeit im beson­de­ren auf Anwendungserfahrungen der GFK rich­ten. Um was willst Du evtl. Dich oder ande­re bit­ten, wenn Du an das Ereignis denkst?

Wolfsshow genie­ßen, Ärger auf­lö­sen
Hat Dich heu­te etwas geär­gert? Isoliere die Beobachtung und genies­se das freie Fliessen von Beschuldigungen und Verurteilungen — notie­re die auto­ma­ti­schen, reak­ti­ven Gedanken und Gefühle. Setze dann Giraffenohren auf. Welche Bedürfnisse waren im Mangel, was kannst Du jetzt tun um die­se Bedürfnisse zuneh­mend zu erfül­len?

Schreibe einen Giraffenbrief.
Was hat Dich heu­te inner­lich berührt? Beobachtung, Gefühl, Bedürfniss, Bitte… Abschicken nicht not­wen­dig, aber mög­lich.

Verankern Sie Lernerfolge aus einem Seminar zur Gewaltfreien Kommunikation
Beschleunigen und ver­tie­fen Sie Lernprozesse, indem Sie Ihre wich­tigs­ten Erkenntnisse nach einem Seminartag in Ihrem GFK Tagebuch in eige­nen Worten auf­schrei­ben. Eigene Formulierungen kön­nen Sie deut­lich ein­fa­cher behal­ten, als aus­wen­dig gelern­te oder auf­ge­schrie­be­ne Wörter und Sätze.
Legen Sie des­halb alle Seminarunterlagen bei­sei­te und spü­ren Sie in sich hin­ein. Was war heu­te für Sie wert­voll? An wel­che Erlebnisse und Aha-Effekte erin­nern Sie sich? Woran möch­ten Sie sich auch zukünf­tig erin­nern? Welche Qualitäten möch­ten Sie ver­stärkt in Ihr Leben holen?

Schmücken Sie Ihr Tagebuch mit Zitaten, Skizzen und Bildern
Visuelle Elemente för­dern den Lernprozess anre­gen­de und nach­hal­tig. Übernehmen Sie Zitate und Sprüche, die den Geist der Gewaltfreien Kommunikation atmen, in Ihr GFK Tagebuch. Feiern Sie klu­ge Gedanken und heben Sie Zitate her­vor. Kleben Sie Bilder in Ihr GFK Tagebuch, die Ihnen in Zeitungen oder Magazinen auf­ge­fal­len sind und reflek­tie­ren Sie Ihre dazu­ge­hö­ri­gen Resonanzen. Sammeln Sie Bilder emo­tio­na­ler Gesichtsausdrücke und mar­kie­ren Sie die Gesichtsbereiche, die Ihnen Aufschluss über das Gefühlsleben geben.
Skizzieren Sie Eindrücke, die Sie gesam­melt haben, oder Kommunikationsregeln, die Ihnen klar gewor­den sind. Malen Sie ein Bild zu Ihrer Stimmung. Benutzen Sie die Technik des Mind-Mapping: um einen Zentralbegriff in der Blattmitte grup­pie­ren sich stern­för­mig ange­ord­ne­te (bild­haf­te) Assoziationen.

Trainieren Sie die spon­ta­ne Selbstwahrnehmung
Stellen Sie sich Ihren Handywecker auf ein Vier-Stunden-Intervall ein. Immer wenn der Wecker klin­gelt, über­prü­fen Sie mit Hilfe Ihres GFK Tagebuch Ihre Gefühlslage. Wie geht es Ihnen gera­de? Beobachten Sie auch Ihre Körpergefühle. Was wür­de Ihnen gera­de gut tun? Was brau­chen Sie? Erfüllen sich Ihre Bedürfnisse? Spüren Sie eine Bitte an sich selbst oder ande­re auf­stei­gen?
Durch das Klingeln des Weckers wer­den Sie Ihre Gefühle in Situationen hin­ter­fra­gen, die sonst viel­leicht nie mit Muße beleuch­ten wür­den. Sie wer­den über­rascht sein, wie vie­le Gefühle sich in jeder Situation abspie­len und wie oft wir uns weit von unse­rer Bedürfniserfüllung ent­fer­nen.

Üben Sie „Nein“ zu sagen
Sorgen Sie für sich selbst, indem Sie öfters „Nein“ zu Dingen sagen, die Sie nicht von Herzen beja­hen. Behalten Sie dabei auch die Bedürfnisse Ihres Gegenübers im Blick. Wozu sagen Sie kon­kret „Nein“? Wie wol­len Sie es Ihrem Gegenüber sagen? Welche Alternativen wol­len Sie ihm anbie­ten?
Üben Sie das „Nein“-sagen in drei Schritten: Fassen Sie im ers­ten Schritt schrift­lich zusam­men, zu wel­cher Bitte oder Forderung Sie »Nein« sagen wol­len und wel­che Bedürfnisse Sie hin­ter dem Anliegen Ihres Gesprächspartners ver­mu­ten. Formulieren Sie im zwei­ten Schritt, wozu Sie »Ja« sagen, wenn Sie Ihrem Gegenüber mit einem »Nein« ant­wor­ten. Welche Bedürfnisse möch­ten Sie sich erfül­len? Überlegen Sie im drit­ten Schritt, ob es wei­te­re Lösungsmöglichkeiten gibt, die die Bedürfnisse aller Parteien befrie­di­gen.

Eine typi­sche Situation über einen län­ge­ren Zeitraum beob­ach­ten
Wenn Ihnen eine bestimm­te wie­der­keh­ren­de Situation zu schaf­fen macht, lohnt es sich, die­se Situation genau­er unter die Lupe zu neh­men. Wenn Sie sich zum Beispiel regel­mä­ßig mit Ihrem Partner strei­ten, kön­nen Sie sich nach jedem Streit Notizen zum Inhalt des Streits und den Bedürfnissen der Streitparteien machen.
Vermutlich wer­den Sie bereits nach kur­zer Zeit fest­stel­len, dass es immer um die­sel­ben wich­ti­gen Themen geht. Wenn erst ein­mal die Bedürfnisse der Streitparteien offen zu Tage lie­gen, las­sen sich Lösungen fin­den, die die Interessen der Beteiligten wirk­lich befrie­di­gen.

In eine Erinnerung ein­tau­chen
Manchmal tau­chen im Verlauf eines Gesprächs oder eines Konflikts Erinnerungen an die Vergangenheit auf. Es kann zum Beispiel vor­kom­men, dass Sie sich plötz­lich an Situationen aus Ihrer Kindheit erin­nern. Wenn Sie sich Zeit neh­men, um mit der dama­li­gen Situation zu ver­bin­den, kön­nen Sie von die­ser Erinnerung pro­fi­tie­ren.
Schließen Sie die Augen und füh­len Sie sich tief in die dama­li­ge Situation hin­ein. Welche Emotionen drü­cken sich dabei im Körper aus? Wie haben Sie sich damals gefühlt? Was erin­nern Sie? Haben Sie eine Idee, wel­che Bedürfnisse im Mangel waren und was Ihnen damals gut getan hät­te? Wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihrem ver­gan­ge­nen Ich Einfühlung geben und anschlie­ßend mit dem Wissen von heu­te über­le­gen, was Sie zur Erfüllung Ihrer aktu­el­len Bedürfnisse bei­tra­gen kön­nen?

Sich ein Ziel set­zen
Formulieren Sie attrak­ti­ve Ziele, die Ihren Lernprozess der Gewaltfreien Kommunikation betref­fen. Die Ziele soll­ten mög­lichst in Ich-Form (»Ich wer­de …«), posi­tiv, kon­kret (wann, wie, wo), rea­lis­tisch, klar und selbst­ver­ant­wort­lich (also von der eige­nen Person durch­führ­bar) for­mu­liert wer­den. Sie möch­ten eine Bitte gegen­über Person X äußern? Bis wann soll das pas­sie­ren? Sie möch­ten Thema Y ver­tie­fen? Was wären die ers­ten drei Schritte auf dem Weg dort­hin?
Blicken Sie von Zeit zu Zeit auf ver­gan­ge­ne Zielsetzungen zurück. Analysieren Sie die Gründe für etwai­ge Misserfolge. Korrigieren Sie unrea­lis­ti­sche Zielsetzungen. Feiern Sie jedoch vor allem Ihre Erfolge. Lernen funk­tio­niert am bes­ten, wenn Sie Erfolgserlebnisse so tief ver­an­kern, dass Sie auf die­ses Wissen stets zurück­grei­fen kön­nen.

Source: http://www.empathie.com/gfk-tagebuch/

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