Jahreskurs 21/22 SF

Am Samstag spra­chen wir noch­mals über die Stufen der per­sön­li­chen Entwicklung — von der emo­tio­na­len Sklaverei, über die emo­tio­na­le Rebellion, und die emo­tio­na­le Freiheit.  Die erste/zweite Stufe fin­den bei Schnarch ihre Entsprechung in der emo­tio­na­len Verschmelzung.  Die emo­tio­na­le Freiheit ent­spricht der Differenzierung.

Übung: Was ist an mir schön?
Spreche fünf Minuten über die­ses Thema.  Der Partner hört mit dem Herzen zu.
Danach Wechsel.

Übung im Paar.
Spreche eine Beobachtung über den ande­ren aus.
Fahre nun mit einer Interpretation fort.  Der ande­re hört zu, bedankt sich am Ende.
Wechsel.
Anschließend Wiederholung der Übung mit der glei­chen Beobachtung, gefolgt von dem Satz — Und was hat das mit mir zu tun?

Nach dem Mittagessen am Samstag Demo empa­thi­sches Gespräch — M spricht über ein bevor­ste­hen­des Gespräch mit sei­nem Chef am Arbeitsplatz, wel­ches ihm Angst ein­jagt.
SF beglei­tet.

Gurppenarbeit mit G, die sich mit einem Kindheitsthema ver­bin­det, und zum ers­ten Mal auch Wut auf den Vater zuläßt — sehr inten­siv — ich beglei­te, teil­wei­se auch M, der sich nicht zurück­hal­ten kann, und auch teil­nimmt.  Irritation mei­ner­seits, Bedauern, dass die Rollen nicht vor Beginn genau defi­niert waren, aber ins­ge­samt natür­lich vor allem berüh­rend wie inten­siv G gear­beit hat.  Verlangt nach Orden der Hartnäckigkeit, des Herzens, und der Wahrhaftigkeit.

Sonntag
Lange Foto Assoziationsrunde — WEGE.  Berührende Worte von A, der die Liebe zu sei­nem kran­ken Bruder im Herzen trägt und tei­len kann.  Stille im Plenum.  SF auch berührt als sie an das Machen der Fotos denkt — sie hat sie für uns gemacht — ein Projekt.  Schenkt uns die Fotos, die wir gewählt haben — WEGE.

Gruppenarbeit mit An — Familienkonflikt mit Bruder — tie­le Verletzungen und lang­jäh­ri­ger Konflikt.  A arbeit inten­siv, läßt Gefühle zu, erkennt wich­ti­ge Bedürfnisse.  Trotzdem war es in 40 Minuten nicht mög­lich in die Tiefe zu kom­men.  Ar war auch in der Gruppe — er nimmt auch aktiv teil an der Begleitung, aber erst gegen Ende.  Wiederum erstaun­lich daß der Pakt des Nicht-Eingreifens nicht hält.

Gruppenarbeit mit M — U ist dabei.  Hier geht es eben­falls um ein Kindheitsthema — Scham.  Sehr zähes Arbeiten — Gedanken ste­hen im Vordergrund, Gefühle lässt M noch kaum zu — Traurigkeit ja, ein wenig Wut.  Sehr vie­le Gedanken- Bedürfnis nach Schutz.  Will das Thema bear­bei­ten, weil noch heu­te in diver­sen Situation getrig­gert, und dann ver­sinkt M in Starre.

Dreimal Prozesse beglei­tet in den zwei Tagen — und dabei habe ich so eini­ges gelernt.  Ich bin vor allem irri­tiert durch unab­ge­spro­che­ne Interventionen sei­tens der Zeugen, die ja nur den Raum hal­ten soll­ten.  Dabei geht immer mei­ne Konzentration auf den Protagonisten ein wenig abhan­den, und ich brau­che ein wenig Zeit um die empa­thi­sche Leere und Absichtslosigkeit wie­der in die Balance zu krie­gen.  Oder der Prozess ver­liert sich in der all­ge­mei­nen Analyse und Feedback Runde.  Klar für mich wie hilf­reich kla­re Absprachen sind. Vor dem Prozess.

Batuschka Rhein fliesst trä­ge — ein Premium und ein Lehrer der Langsamkeit

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